Ur-Statuten

An
Her­rn Gemein­de­vorste­her Wolter
In Bort­feld

Das Anschreiben

Her­zogliche Kreis-Direc­tion

Braun­schweig, den 18. Novem­ber 1899

Braun­schweig

Journ. Nr. 18331

Hier­mit eröffne ich Ihnen, daß die unter dem 11. Novem­ber hier ein­gere­icht­en “Statuten der frei­willi­gen Män­ner-Feuer­wehr in Bort­feld” mit der Maß­gabe genehmigt wur­den und auch für diese Wehr die Bes­tim­mungen des Feuer­hülfge­set­zes vom 2. April 1874 Nr. 16 bindend sind. Ins­beson­dere hat die Feuer­wehr nach §11 des ange­führten Geset­zes jährlich min­destens 6 Übun­gen abzuhal­ten und Gemäß §18 Absatz 5 des cit. Geset­zes sich beim Aus­bruch eines Schadens­feuers im Orte Bort­feld dem Bere­ichshaupt­mann zu unter­stellen. Endlich ist auch die Wahl des ober­sten Führers zwecks­bestä­ti­gung des­sel­ben anher anzuzeigen (ver­gl. §11 des cit. Geset­zes). Anliegend erhal­ten Sie ein mit der Genehmi­gungsklausel verse­henes Exem­plar der fw. Statuten zurück.

Lager­feld


Die Statuten (3–5)
§ 1
Der Dienst der frei­willi­gen Män­ner-Feuer­wehr ist nur für die Gemeinde Bort­feld bes­timmt.
§ 2
Mit­glied der frei­willi­gen Män­ner­feuer­wehr kann jed­er in Bort­feld wohn­hafte, geistig und kör­per­lich gesunde, unbescholtene, ver­heiratete Mann wer­den. Es find­et die Auf­nahme durch Abstim­mung der Mit­glieder statt.
§ 3
Die frei­willige Män­ner­feuer­wehr ist 40 Mann stark, hat einen Führer, einen Vice­führer, zwei Spritzen­meis­ter, einen Rohrführer, zwei Steiger und einen Kassier­er. Es sind diesel­ben von den Mit­gliedern zu wählen.
§ 4
Jedes Mit­glied hat den Anord­nun­gen des Führers, bei dessen Abwe­sen­heit, denen des Vice­führers Folge zu leis­ten; Wider­stand wird bestraft.
§ 5
Der Vor­stand beste­ht aus 8 Mit­gliedern, den Vor­sitz hat der Führer, bei dessen Abwe­sen­heit, der Vice­führer, zu leit­en.
§ 6
Der Aus­tritt ist mit 1/4jähriger Kündi­gung bei dem Führer, jedem ges­tat­tet.
§ 7
Jedes Mit­glied ist verpflichtet, bei den Gen­er­alver­samm­lun­gen zu erscheinen.
§ 8
Jed­er von den Mit­gliedern hat alle zwei Monate 50 Pfen­nig in die Vere­in­skasse zu zahlen.
§ 9
Wer sich ohne Erlaub­nis ein­er Übung, sowie der Gen­er­alver­samm­lung entzieht, ver­fällt in eine Strafe von 30 Pfen­nig, bei genü­gen­den Grün­den find­et Berück­sich­ti­gung statt.
§ 10
Bei einem Schaden­feuer in Bort­feld hat sich jedes Mit­glied bei sein­er Spritze zu stellen, und darf ohne Erlaub­nis seinen Posten nicht ver­lassen.
§ 11
Ver­stirbt ein Mit­glied, oder Ehren­mit­glied der Feuer­wehr, so ist jed­er verpflichtet dem­sel­ben das let­zte Ehren­geleit zu geben.
Entschuldigun­gen sind nur zuläs­sig bei Krankheit oder gerichtlichen Vor­ladun­gen, andern­falls wird eine Strafe von 1,50 Mark erhoben.
§ 12
Wer sich dreimal hin­tere­inan­der ohne Erlaub­nis Übun­gen, sowie der Gen­er­alver­samm­lung entzieht, schei­det aus dem Ver­bande der Feuer­wehr aus, hat aber die rück­ständi­gen Monats­gelder kosten­frei dem Kassier­er einzusenden. Krankheit, sowie Ster­be­fälle in der Fam­i­lie find­en Berück­sich­ti­gung.
Alle Ämter sind Ehrenämter, es bleibt der Inhab­er bis zu seinem frei­willi­gen Aus­tritt im Amte, falls keine Unge­hörigkeit­en vorkom­men.
§ 13
Das Abze­ichen ist Eigen­tum der frei­willi­gen Män­ner-Feuer­wehr es ist beim Aus­tritt aus der Feuer­wehr gegen den Betrag von 40 Pfen­nig an den Komand­oführer zurück­zugeben.
§ 14
Mit dem Ein­tritt verpflichtet sich ein jed­er diesen Statuten Folge zu leis­ten.

Vorste­hende Statuten wer­den hier­mit genehmigt unter den in dem Schreiben vom 18. Novem­ber 1899 näher angegebe­nen Bedin­gun­gen

Braunschweig,den 18. Novem­ber 1899
Her­zogliche Kreis­di­rec­tion
(Siegel)

Langer­feld

(Anmerkun­gen zur buch­stabenge­treuen Abschrift: In eck­i­gen Klam­mern ste­hen Hinzufü­gun­gen und Erläuterun­gen. Über­flüs­sige Buch­staben sind mit geschweiften Klam­mern einge­fasst. Der § 7 ist zwei Mal aufgeschrieben, hier lediglich ein Mal. Der Begriff „Män­ner-Feuer­wehr“ ist auf diese Schreib­weise vere­in­heitlicht.)

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